Wo Unterschiedliches aufeinandertrifft, entstehen Friktionen. Sie bremsen, verschieben, erzeugen Widerstand – und setzen zugleich etwas in Bewegung. Wenn Reibung zwischen Positionen, Fraktionen, Perspektiven und Seiten entsteht, werden sie jeweils klarer erkennbar und nähern sich dabei zur selben Zeit doch auch an. So können Friktionen ebenso Verbindendes stiften; vielleicht einen Nachhall erzeugen und Resonanzräume öffnen.
Welchen Reibungen begegnen wir – im Freiluftkino, auf der Straße, in der Politik? Welche suchen wir, welchen weichen wir aus? Was gerät in Bewegung, wenn Gewissheiten aneinanderstoßen, wenn Bilder nicht bestätigen, sondern irritieren?
Das diesjährige frame[o]ut lädt dazu ein, Friktionen nicht als Störung zu begreifen, sondern als Ausgangspunkt: für Auseinandersetzung, für Perspektivenwechsel und für Formen des Miteinanders, die sich nicht in Einigkeit erschöpfen.